HILMA AF KLINT UND WASSILY KANDINSKY. TRÄUME VON DER ZUKUNFT
K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
bis zum 11.8.2024

Die Ausstellung zu Hilma af Klint (1862-1944) und Wassily Kandinsky (1866-1944) ist eine Premiere. Obwohl die Künstlerin und der Künstler seit einigen Jahren häufig in einem Atemzug genannt werden, trafen ihre Werke bisher nur vereinzelt im Rahmen großer Gruppenausstellungen aufeinander. Mit insgesamt rund 120 Ölgemälden, Aquarellen, Gouachen und Zeichnungen werden sie in K20 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zum ersten Mal innerhalb einer Schau dialogisch gegenübergestellt. Ausgangspunkt ist die Abstraktion, zu deren Entwicklung in der westlichen Malerei beide entscheidende Beiträge geleistet haben. Die Gegenüberstellung bietet die Möglichkeit, die Werke wechselseitig zu erhellen.

Deutschland bietet für dieses Treffen darüber hinaus einen geradezu idealen Resonanzraum. Af Klint und Kandinsky verfassten viele Schriften auf Deutsch, in der Hoffnung, hier auf offene Ohren und Augen zu stoßen. Die längste Zeit hat die Kunstgeschichte das Oeuvre von af Klint und Kandinsky auseinandergehalten. Im Rampenlicht stand der berühmte russische Maler, der in München den „Blauen Reiter“ mitbegründete, zur Abstraktion fand, am Bauhaus lehrte und mit „Über das Geistige in der Kunst“ eine der einflussreichsten programmatischen Schriften des 20. Jahrhunderts veröffentlichte. Im Schatten dagegen verschwand die unbekannte schwedische Künstlerin, die in Stockholm riesige ungegenständliche Bilder malte, die wenigsten davon ausstellte und Tausende unveröffentlichte Seiten Text hinterließ.

Während af Klint und Kandinsky zu Lebzeiten häufig ähnliche Vorstellungen mit ihrer Malerei verbanden, traten ihre Werke nach dem Tod – beide starben 1944 – Nachleben an, die unterschiedlicher nicht hätten sein könnten. Hilma af Klints Leinwände landeten zusammengerollt in Kisten auf dem Dachboden ihres Neffen in Stockholm. Die Malerin selbst hatte verfügt, dass sie erst zwanzig Jahre nach ihrem Tod wieder gezeigt werden dürften.

Kandinskys Gemälde dagegen tourten nach dem Zweiten Weltkrieg in zahlreichen Ausstellungen um die Welt und wanderten in die Museen von New York, Tokio, Paris, Basel, München oder Düsseldorf. Sein Name und die Abstraktion verschmolzen miteinander und begründeten eine Erfolgsgeschichte. Der Kalte Krieg stellte die Weichen. Ungegenständlich zu malen galt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Inbegriff einer Freiheit, die der Westen bot und der Osten verbot.


HILMA AF KLINT UND WASSILY KANDINSKI:
16. März bis 11. August 2024

K 20 KUNSTSAMMLUNG NORDRHEIN WESTFALEN

Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf
www.kunstsammlung.de

mehr Informationen auf: www.barton.art.de


Abbildung: Hilma af Klint, Die Zehn Größten, Gruppe IV, Nr. 7, Das Erwachsenenalter, 1907, Tempera auf Papier, auf Leinwand montiert, 315 x 235 cm, The Hilma af Klint Foundation, Foto: The Moderna Museet, Stockholm, Schweden

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