RONI HORN. GIVE ME PARADOX OR GIVE ME DEATH
Museum Ludwig Köln
bis 11.8.2024

Give Me Paradox or Give Me Death ist eine umfangreiche Einzelausstellung der einflussreichen US-amerikanischen Künstlerin Roni Horn (geboren 1955 in New York) mit über einhundert Werken, die von den Anfängen ihrer künstlerischen Tätigkeit bis heute reichen.

Roni Horns Werk reicht von Fotografie über Zeichnung und Künstlerbuch bis hin zu Skulptur und Installation. Hinter dieser Offenheit steht das Verständnis der Künstlerin, dass alles in der Welt wandelbar ist und sich keiner festen Zuschreibung unterordnen lässt. Die Ausstellung im Museum Ludwig betrachtet diese Idee anhand von drei wiederkehrenden Themen in Horns Schaffen: Natur, Identität und Sprache.

Der Titel der Ausstellung geht auf ein Zitat von Patrick Henry zurück, einem Vertreter der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung im 18. Jahrhundert. Er beendete eine Rede mit den Worten: „Gebt mir Freiheit oder den Tod!“ Dabei interessiert sich Roni Horn nicht so sehr für den Zusammenhang des Originalzitats, sondern mehr für dessen bildhafte Kraft. Sie übernimmt die Struktur von Henrys bekanntem Ausspruch, tauscht jedoch „Freiheit“ gegen „Paradox“ aus und setzt die beiden Begriffe und ihre Bedeutungen damit gleich. Für sie ist das Paradox der Zugang zur Mehrdeutigkeit; ein Zustand, in dem die Dinge ihre Gegensätze enthalten können.

Beim Gang durch die Ausstellung treffen die Betrachter*innen auf bislang noch nie ausgestellte Zeichnungen der späten 1970er Jahre, außerdem auf eine Auswahl von Farbpigment-Zeichnungen, die zwischen 1983 und 2018 entstanden sind. Zu den vorgestellten fotografischen Werken gehören die bahnbrechende Arbeit Still Water (The River Thames, for Example) (1999), die in fünfzehn Fotografien ein Porträt der Themse in Südengland entwirft, a.k.a. (2008/2009), eine Serie, die die Künstlerin in verschiedenen Momenten ihres Lebens zeigt, sowie Portrait of an Image (with Isabelle Huppert) (2005/2006) mit Aufnahmen, in denen die französische Schauspielerin in verschiedenen ihrer Filmrollen auftritt.

Zu den Skulpturen in der Ausstellung gehören Werke aus der Serie When Dickinson Shut Her Eyes (1993–2008), in der Horn Gedichte von Emily Dickinson aufgreift, Gold Field (1980/1994), das zu 99,99 Prozent aus Blattgold besteht, und Untitled („The tiniest piece of mirror is always the whole mirror“) (2022), ein zehnteiliges Werk aus Gussglas, das die Umgebung reflektiert.


RONI HORN:
23. März bis 11. August 2024

MUSEUM LUDWIG

Heinrich-Böll-Platz
60667 Köln
www.museum-ludwig.de

mehr Informationen auf: www.barton.art.de


Abbildung: Roni Horn, Hack Wit-cucumber heart, 2014, Aquarell, Feder und Tinte, Gummiarabikum auf Aquarellpapier, Zellophanband, 57,1 x 38,7 cm, Foto: Genevieve Hanson, Courtesy the artist and Hauser & Wirth

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