Fast Fashion

„Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode“, wurd schon 2015 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg gezeigt und ist nun – so aktuell wie zuvor – in Berlin zu sehen. Die Ausstellung wirft einen kritischen Blick auf die Folgen des Modekonsums für Produktionsländer und Umwelt und regt die Besuchern an, sich engagiert mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) ergänzt die Auseinandersetzung mit der Fast Fashion um Einblicke in die Berliner Slow Fashion Szene: Als Dreh- und Angelpunkt der internationalen fairen Modewelt entstehen in Berlin zahlreiche innovative Ideen, wie Mode nachhaltig produziert und genutzt werden kann und gleichzeitig Spaß machen kann.

Die Fashion Weeks in Paris, Mailand, London und Berlin ziehen nicht nur Journalisten, Blogger, Einkäufer und Prominente an. Models tragen mehr oder weniger Tragbares zur Schau, inszenieren Entwürfe und hauchen ihnen für wenige Minuten auf dem Catwalk Leben ein. Hochglanz-Magazine, Blogs und TV-Shows verbreiten angesagte Looks, Must-haves und It-Pieces.

Doch woher kommt die Mode, die es in wenigen Wochen vom Laufsteg in den Laden schafft, vom Prototypen zum Massenartikel? Wo wird sie produziert, unter welchen Bedingungen, von wem? Wie kann Kleidung so preiswert sein? Antworten auf diese Fragen finden sich in der Ausstellung.

Bilder von Näherinnen am Rande der Erschöpfung, eingestürzte Fabrikhallen, hunderte Tote: Schattenseiten eines glänzenden Geschäfts. Die Produzenten als Sündenböcke darzustellen, wäre zu einfach. Die Textilindustrie gilt in vielen Entwicklungsländern als Pionierindustrie, die andere Wirtschaftsunternehmen nach sich zieht, also auch dazu beiträgt, dass sich der Lebensstandard langsam hebt. Andererseits hat sich die Situation der Textilproduktion in Europa verändert. Es gibt kaum noch Webereien und Schneidereien.

Neben den ökonomischen Auswirkungen hat der Massenkonsum auch ökologische Folgen. Er schädigt Umwelt und Mensch nachhaltig: Vom Pestizid belasteten Rohstoff wie der Baumwolle, über den Verbrauch von Wasser und den Einsatz von Chemikalien bei der Produktion bis hin zur toxischen Veredelung von Kleidung.

Wie könnte der Ausweg aus diesem Dilemma aussehen? Auf Mode verzichten? Sicher nicht. Die Schau und das Portal zur Ausstellung zeigen, welche Alternativen es bereits gibt – von nachhaltig produzierter Mode über Upcycling-Konzepte bis hin zu neuen Fasern und innovativen Technologien.

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RACHEL WHITEREAD